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Gemeinschaftshauptschule

der Gemeinde Elsdorf

 
  

Unterrichtsprofil

Schulprogramm Gesundheitsförderung      
 
 
 
 Partner:


RWE Power

Kreissparkasse Köln

n.V.

Bildungsteam.org
 

 

 
 
Schulprogramm

3. Entwicklung der sozialen Kompetenz.

3.1 Trainingsraum
3.2 Gewaltprävention
3.3 Streitschlichtung
3.4 Antirassismustraining
3.5 Projekt „Soziale Verantwortung übernehmen"

Wir verstehen Soziale Kompetenz als die Fähigkeit, mit anderen Menschen in Gemeinschaft leben zu können. Dies setzen wir uns als Ziel, um Schülern die Integration in unsere Gesellschaft mit ihrer komplexen Lern- und Arbeitswelt zu ermöglichen.

Allgemein zählen zur sozialen Kompetenz folgende Fähigkeiten:

  • Sich mitteilen können
  • Sich behaupten, sich aber gleichzeitig in die Gruppe einordnen können
  • Sich in andere Menschen hineinversetzen können
  • Sich und andere in Frage stellen und diese Kritik äußern bzw. mit ihr umgehen können
  • Sich tolerant gegenüber anderen Personen, Meinungen und Lebensstilen zeigen

Durch einen positiven Umgang miteinander wird Schülern die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gegeben. Diese Team- und Kooperationsfähigkeit erlangen die Kinder nur durch permanentes Training. Ihr Erwerb ist in allen Fächern Unterrichtsgegenstand und Lernziel. Sie werden vom 5. Schuljahr an aufbauend und konsequent vermittelt.

Eine zentrale Bedeutung kommt den kommunikativen Kompetenzen zu. Zu ihnen gehören miteinander reden, gezielt Fragen stellen, aktiv zuhören, argumentieren, erklären, vortragen, frei sprechen und diskutieren.

Zur Förderung der sozialen Kompetenzen gehen wir verschiedene Wege. Unter anderem kommen Partner- und Gruppenarbeit in wechselnder Zusammensetzung, Stationenlernen, projektorientiertes Lernen und Interaktionsspiele zum Einsatz.

Besondere Anlässe zum Einüben von Kooperation und gegenseitiger Verständigung bieten sich beim jährlichen Sportfest und den erlebnispädagogischen Klassenfahrten, die in den Jahrgängen 5 und 7 stattfinden. Durch entsprechende Spiele wird die Wahrnehmung für die Bedürfnisse Anderer sensibilisiert. Ebenso müssen Schüler lernen, sich ihrer eigenen Interessen bewusst zu werden und sie mitzuteilen, so dass sie durch ein Aushandeln in diesem Spannungsfeld konfliktfähig werden.
Unterstützt werden diese Bemühungen durch einen sozialen Trainingskurs, den die Klassenlehrer der 5. Schuljahre gemeinsam mit dem Schulsozialarbeiter durchführen.

Im Sportunterricht bieten sich zahlreiche Gelegenheiten für den Einsatz verschiedener Methoden. Er dient auch als Modell für andere Lernsituationen, weil sich der Fair-Play-Gedanke allgemein auf das Verhalten im Unterricht übertragen lässt.

Grundlegend für ein gelungenes Miteinander in der Schule ist das Einhalten eines gemeinsam erarbeiteten Regelwerks. Schüler müssen begreifen, dass Regeln eine unverzichtbare Voraussetzung für das Leben in einer Gemeinschaft sind. Dies machen wir deutlich durch direktes Reagieren bzw. konsequentes Einschreiten bei Regelverstößen und gleichzeitigem Betonen von Sinn und Vorteilen dieser Vereinbarungen.


3.1 Trainingsraum

Ziele
  • Jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen.
  • Jeder Lehrer hat das Recht, ungestört zu unterrichten.
  • Jeder muss stets die Rechte des Anderen akzeptieren.

 

Arbeitsfeld

Zu Beginn des Schuljahres 2004/05 wurde an der GHS Elsdorf ein „Trainingsraum“ eingerichtet. In diesem Raum trainieren Schüler ihr Verhalten. Die grundlegende Idee ist der wechselseitige Respekt von Schülern und Lehrern. Nach einem Jahr wurde der Trainingsraum evaluiert und ein Beschluss über die weitere Arbeit gefasst.

Da es in vielen Klassen Schüler gibt, die durch ihr Verhalten den Unterrichtsfluss häufig unterbrechen, leidet die ganze Klasse darunter – einschließlich des Lehrers. Der Trainingsraum greift dieses Problem auf: Fällt ein Schüler durch massive Störungen auf, muss er nach eingehender Ermahnung die Klasse verlassen und begibt sich in den Trainingsraum. Dort erarbeitet er mit Unterstützung der Aufsichtsperson einen schriftlichen Rückkehrplan. Er setzt sich mit seinem störenden Verhalten auseinander und erarbeitet eigene Vorschläge, wie er in Zukunft am Unterricht teilnehmen kann, ohne dabei zu stören. Akzeptiert der Lehrer den Plan, so darf er wieder am Unterricht teilnehmen. Andernfalls muss der Schüler einen verbesserten Rückkehrplan im Trainingsraum anfertigen.
Weigert sich ein Schüler in den Trainingsraum zu gehen, wird er an einem Tag das dritte Mal geschickt oder stört im Trainingsraum, so wird er unmittelbar vom Schulbesuch ausgeschlossen und darf erst wiederkommen, wenn die Eltern ein persönliches Gespräch mit der Schulleitung wegen dieses Vorfalls geführt haben.
Nach sechs Besuchen im Trainingsraum wird über den Schüler eine Konferenz abgehalten und seine Eltern darüber informiert, dass es bei jeweils drei weiteren Entsendungen zu einem gemeinsamen Gespräch mit ihnen kommen wird. Es erfolgt eine individuelle Überlegung über Ursachen des Störverhaltens und über einzuleitende Maßnahmen. Die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern bei der Erziehung der Kinder ist ein wichtiger Aspekt des Konzepts. Die Eltern werden als Partner verstanden.
Ein großer Vorteil dieses Konzeptes ist seine Eindeutigkeit und Konsequenz. Es verstärkt das konstruktive Lernverhalten und schafft ein positives Lernverhalten in der Klasse, da es für alle gleich gilt und somit gerecht ist.

Fortbildung

Das gesamte Kollegium nahm an einer kollegiumsinternen Fortbildung teil.
Die Betreuung des Trainingsraumes liegt in den Händen von eigens dazu ausgebildeten Fachkräften (Lehrer/innen und Sozialarbeiter).

Evaluation

Instrumente der Evaluation sind eine Statistik über die Entsendung sowie die Auswertung von Trainingsraumkonferenzen und Elterngesprächen.

Die Trainingsraumlehrer erstellen in regelmäßigen Abständen eine klassenbezogene Statistik über die Anzahl der Entsendungen der Schüler in den Trainingsraum.
Sie führen Gespräche mit den Klassenlehrern und Beratungsgespräche mit den Eltern.
Sie stellen Kontakte zu außerschulischen Beratungsstellen her und arbeiten mit diesen ggf. zusammen.
Die Art der Zusammenarbeit findet bei den Eltern Zustimmung.
Die Notwendigkeit gemeinsamer erzieherischer Ziele ist durch den Trainingsraum verdeutlicht worden und hat zu einer verbesserten kollegiumsinternen Absprache geführt.
Da die Elterngespräche einen deutlichen beratenden Charakter haben, ist die Zusammenarbeit mit den Elternhäusern in der Erziehung erheblich intensiviert worden.
Es ist uns gelungen, Eltern und Schülern zu verdeutlichen, dass die Entsendung in den Trainingsraum keine Sanktion sondern Hilfe darstellt.

Eine Überarbeitung und Vereinfachung der Entsendungszettel sowie die gezielte Abstimmung auf die vereinbarten Regeln hat stattgefunden.

Konsequenzen
  • Bessere Information der Eltern über den Trainingsraum durch adressatengemäße, ansprechende Briefe und persönliche Gespräche, in denen deutlich gemacht wird, dass der Trainingsraum eine Hilfe und keine Sanktion ist.
  • Vor der Entsendung in den Trainingsraum sollten auch andere pädagogische Mittel eingesetzt werden.
  • Die Entsendung in den Trainingsraum sollte wohl überlegt und dosiert sein.
  • Grenzen müssen für die Schüler eindeutiger definiert werden.
  • Durchführung eines Trainings zur Förderung sozialer Kompetenzen, möglichst in der Orientierungsstufe
  • Überarbeitung/Vereinfachung der Trainingsraumformulare

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3.2    Gewaltprävention

Ziele
  • Förderung von Verständnis, Respekt, Toleranz und Akzeptanz
  • Verminderung der Gewaltbereitschaft
  • Festigung des Selbstbewusstseins und der Selbstbehauptung
  • Förderung des Fairnessgedankens
  • Anhebung der Frustrationstoleranz
  • Bewusstmachen und Reflexion des eigenen Verhaltens
  • Lösen von Konflikten durch konstruktive Gespräche
  • Aufzeigen von alternativen Verhaltensweisen zur Konfliktlösung
Arbeitsfeld

Gewalt ist heute ein Thema an allen Schulen, an dem man nicht vorbeisehen darf. Deshalb wird auch die Gewaltprävention an unserer Schule sehr ernst genommen. Bestehende Gewaltprobleme sollen vermindert/beseitigt, neue Probleme verhindert werden. Ergänzend hierzu werden in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, dem Kommissariat Vorbeugung und anderen Institutionen Aktionen gegen Hass und Gewalt durchgeführt.

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3.3     Streitschlichtung

Arbeitsfeld

Um Konflikte zufriedenstellend lösen zu können, bilden wir an unserer Schule seit einigen Jahren Streitschlichter aus. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren der Konfliktlösung, um ein Einüben von Konfliktstrategien, um Vermittlung in Streitfällen durch unparteiische Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers werden Jugendliche zu Streitschlichter ausgebildet.
Diese Schüler versuchen ohne Hilfe des Lehrers, Konflikte zu lösen, indem sie sich bemühen, die Streitenden in ein freiwilliges Gespräch zu bringen und eine Problemlösung zu erreichen. Eine schriftliche Vereinbarung hält Zusagen und eingegangene Verpflichtungen fest. Die Vermittler sind allen Schülern bekannt und haben feste Sprechzeiten.

Fortbildung

Zur Durchführung des Projekts wurde eine Lehrerin zur Mediatorin ausgebildet. Während eines Schuljahres wird jeweils eine Gruppe von Schülern zu Streitschlichtern ausgebildet, während eine andere bereits in der Streitschlichtung tätig ist.

Evaluation

Instrumente der Evaluation sind:

  • Rückmeldungen von Kollegen
  • Umfrage bei den Streitschlichtern und Schülern
  • Befragung der Eltern

Das Ergebnis der Befragungen wies durchgehend eine positive Resonanz auf. Mediatoren und Streitende ziehen ihren Nutzen aus der Arbeit.

Konsequenzen
  • Da die Streitschlichter nicht regelmäßig im Einsatz sind, besteht die Gefahr, dass sie aus der Übung kommen. Deshalb sollen häufiger in Form von Rollenspielen und Einsatz von Filmen Fallbeispiele bearbeitet werden.
  • Nach einer Woche nehmen die Mediatoren Kontakt mit den Streitenden auf, um nachzufragen, ob noch Handlungsbedarf besteht.
  • Nach Möglichkeit soll zum Abschluss der Ausbildung oder als Auffrischung ein zweitägiges Seminar an einem anderen Ort stattfinden.

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3.4    Antirassismustraining

Arbeitsfeld

Ergänzend zur Streitschlichtung werden in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, dem Kommissariat Vorbeugung und anderen Institutionen Aktionen gegen Hass und Gewalt durchgeführt. Zwei Polizisten und ein Lehrer führen in Form eines Workshops an je einem Vormittag in den 9. Klassen ein Antirassismustraining durch. Dieses Training wird ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit der ehemals jüdischen Siedlung vor Ort sowie auch der Zwangsarbeiter in Elsdorf. Anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnacht findet ein ökumenischer Gottesdienst statt, werden der jüdische Friedhof in Elsdorf sowie eine im Ort hängende Synagogen-Gedenktafel besucht.
Außerdem besuchen wir mit den Schüler der 6. Klassen regelmäßig die türkische und die marokkanische Moschee, damit religiös-rassistische Vorurteile abgebaut werden.

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3.5       Projekt „Soziale Verantwortung übernehmen

Ziele
  1. Stärkung des Verantwortungsgefühls
  2. Stärkung des Selbstwertgefühls
  3. Erziehung zu sozialer Kompetenz

Arbeitsfeld

Seit mehreren Jahren findet an unserer Schule das Projekt „Soziale Verantwortung übernehmen“ statt. Dabei werden alle Schüler der 8. Klasse angehalten, wöchentlich für zwei Stunden auf freiwilliger Basis soziale Verantwortung zu übernehmen. Das Projekt dient der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.
Die sozialen Dienste können außerhalb und innerhalb der Schule geleistet werden. Außerhalb arbeiten die Kinder in den Kindergärten der Gemeinde, in den Seniorenwohnheimen, im Behindertenwohnheim und im Tierheim. Auch die Feuerwehr und der Malteser Hilfsdienst unterstützen das Projekt. Innerhalb der Schule werden Hof- und Säuberungsdienst, Schlüsseldienst und zusätzliche Patenschaften für die Fünftklässler angeboten.

Am Ende des halbjährigen Projektes erhalten die Schüler ein Zertifikat, das Ausdauer, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Einsatzbereitschaft bescheinigt.